GRÜNER WASSERSTOFF

Das Biomasseheizkraftwerk im Abfallwirtschaftszentrum Kaiserslautern-Mehlingen wurde 2005 errichtet. Durch die Verbrennung von Biomasse werden grüne Fernwärme und grüner Strom produziert, der nach den Regeln des Erneuerbaren Gesetzes vergütet wird. Grün bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das bei der Verbrennung entstehende Kohlendioxid nicht aus fossilen, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen entsteht. Die Förderdauer ist auf 20 Jahre festgelegt, so dass der Strom ab dem Jahr 2025 zu Marktpreisen verkauft wird. In Stunden des Überangebotes von Strom ist die Produktion von Strom über den Eigenbedarf hinaus nicht sinnvoll. Da das Kraftwerk aber nicht stundenweise abgeschaltet werden kann, ist eine andere Nutzung zu finden. Hier bietet sich die Erzeugung von Wasserstoff durch einen Elektrolyseur an.

Der Wasserstoff kann zum Antrieb der derzeit dieselangetriebenen Lkw genutzt werden. In einer Brennstoffzelle wird aus dem Wasserstoff wieder Strom gewonnen, der in Elektromotoren die Lkw antreibt. Solche Lkw sind derzeit noch nicht bestellbar, aber verschiedene Hersteller arbeiten an deren Entwicklung und Zulassung. Die Tankstelle für die Lkw soll auch für die Öffentlichkeit und andere Firmen zugänglich sein.

Die Bundesregierung hat im Juni 2020 die Nationale Wasserstoffstrategie veröffentlicht. Die Erzeugung und Nutzung von „grünem“ Wasserstoff ist ein Schlüsselthema, bei dem unser Projekt in kleinem Maßstab die Wertschöpfungskette von Erzeugung, Speicherung und Nutzung abgedeckt. Wir werden uns bei dem Ideenwettbewerb „Wasserstoffrepublik Deutschland“ um Fördermittel bewerben.

Die drei städtischen Unternehmen SWK, WVE und ZAK haben die gemeinsame Wasserstoffinitiative Blue Corridor gegründet, um die Einsatzpotentiale von Wasserstoff als Energieträger in der Mobilität in unserer Region aufzuzeigen, zu analysieren und zu etablieren.