Kein Plastik im Bioabfall

ZAK tritt der Kampagne #wirfürbio bei
Kaiserslautern, 07.10.2021
Jan Deubig, Tanja Schweitzer, Jens Ohde.

Gemeinsam mit zehn rheinland-pfälzischen Gebietskörperschaften ist die ZAK – Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern der bundesweiten Kampagne #wirfürbio beigetreten. Zum Kampagnenstart unter der Schirmherrschaft von Umweltministerin Anne Spiegel warben die Abfallbetriebe gemeinsam dafür, Fremdstoffe im Bioabfall zu minimieren.

Die im Frühjahr 2018 gestartete Kampagne vereint nun knapp 80 teilnehmende Landkreise und kreisfreie Städte aus 14 verschiedenen Bundesländern. Die Städte Worms, Frankenthal, Ludwigshafen, Neustadt, Speyer und Kaiserslautern, sowie die Landkreise Alzey/Worms, Bad Dürkheim, Kaiserslautern und der Rheinpfalz-Kreis sind der Kampagne jetzt offiziell beitreten. Das Gebiet umfasst mehr als eine Million Bürgerinnen und Bürger, also rund ein Drittel der Bevölkerung von Rheinland-Pfalz.

Mehr als 60.000 Tonnen Bioabfälle werden bei der ZAK jährlich angeliefert. Daraus entsteht neben Strom und Wärme auch Qualitäts-Kompost, der unter dem Namen PalatiHum vermarktet wird. Ein Problem sind Störstoffe wie Plastik und Glas, die zu oft in den Bioabfällen landen. „Je sauberer der Bioabfall in der Tonne, desto hochwertiger ist unser Biokompost für die Landwirtschaft“, sagte ZAK-Vorstand Jan Deubig.

Die Kampagne #wirfürbio zielt auf das Verhalten von Millionen Nutzern der Biotonnen. Die Kampagne ist damit Bestandteil der laufenden Qualitätsoffensive Kompost. Es gilt mittel- und langfristig ein sehr hochwertiges Humus-Produkt als unverzichtbarer Nutzenbringer sowohl für den Öko-Landbau als auch die konventionelle Landwirtschaft zu sichern.

Mit Aufklebern auf Biotonnen, Faltblättern, gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit und Werbung auf Müllfahrzeugen sollen die Bürger dafür sensibilisiert werden, besser zu trennen. Ein großes Problem ist nach wie vor, dass Verbraucher Plastiktüten in den Biomüll werfen. Doch selbst angeblich kompostierbare Plastiktüten können nicht vollständig abgebaut werden und sollten deshalb keinesfalls benutzt werden. Deubig plädiert dafür, den Bioabfall entweder in festen Gefäßen zu sammeln und dann in die Tonne zu leeren. Der Biomüll könne aber auch in Zeitungspapier oder Papiertüten entsorgt werden.

Die ZAK betreibt bereits jetzt einen hohen Aufwand, um den Störstoffanteil zu verringern. Eingesetzt wird modernste Röntgensortier- und Nahinfrarottechnik. Trotzdem kann dadurch nur eine Abscheidequote von 90 Prozent erreicht werden. Deshalb sei es so wichtig, bereits bei der Trennung im Haushalt Fremdstoffe aus dem Bioabfall herauszuhalten, um auch zukünftig qualitativ hochwertigen Kompost zu garantieren.

Andrea Buchloh-Adler, Werkeiterin der Stadtbildpflege Kaiserslautern, kennt das Problem: Rund 3,5 Prozent Störanteile landen im städtischen Biomüll. „Wir machen schon Sichtkontrollen beim Biomüll, bei einer deutlichen Fehlbefüllung lassen wir auch mal Tonnen stehen.“ Die neue Bioabfallverordnung zwinge die ZAK künftig dazu, Müllfahrzeuge, die Biomüll mit mehr als drei Prozent Fremdstoffen im Bioabfall anliefern, zurückzuweisen. Ziel muss es deshalb sein, mit Aufklärung zu erreichen, dass nur noch höchstens ein Prozent Störstoffe wie Plastik oder Glas in den braunen Tonnen landen.

Wie das genau funktionieren kann, erläuterten zum Kampagnenstart von #wirfürbio der Initiator Jens Ohde (GAB Umwelt Service, Kummerfeld) und Tanja Schweitzer (schweitzer media GmbH, Kiel), der kreative Kopf der Kampagne.