Ministerin Eder zu Gast

Viel Gesprächsstoff und fehlender „Pioniergeist“
Kaiserslautern, 03.06.2022

Ein halbes Jahr nach ihrem Amtsantritt als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz hat Katrin Eder am Donnerstag die ZAK – Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern besucht. Bei einer Rundfahrt über den 93 Hektar großen Standort betonte ZAK-Vorstand Jan Deubig die Bedeutung des größten integrierten Abfallwirtschaftszentrums der Pfalz für ein Viertel der rheinland-pfälzischen Bevölkerung.

Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder ging auf die grundsätzliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft ein: „Der Angriffskrieg in der Ukraine hat einmal mehr gezeigt wie kostbar Rohstoffe sind. Auch im Restabfall befinden sich leider immer noch echte Wertstoffe. Daher gewinnt eine echte Kreislaufwirtschaft jetzt nochmal an Bedeutung. Außerdem: Nach Daten der Circular Economy Initiative Deutschland werden 50 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen und 90 Prozent des weltweiten Biodiversitätsverlustes und Wasserstresses durch die Förderung und Veredelung von Rohstoffen aus natürlicher Ressourcen verursacht. Eine konsequente Wiederverwertung ist also nicht nur wirksamer Klimaschutz, sondern auch aktiver Umweltschutz. In diesem wichtigen Prozess spielen die kommunalen Entsorgungsträger wie die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserlautern (ZAK) eine herausgehobene Rolle. Die ZAK ist ein Rückgrat der Kreislaufwirtschaft und treibt in dieser Funktion auch die regionale Energiewende voran.“

Zugleich lenkte Ministerin Eder den Blick auf das Biomassezentrum: „Hier ist die ZAK vorbildlich in der Biomasseverwertung und präsentiert uns einen geschlossenen Kreislauf, in dem biogene Abfälle – zum Beispiel aus den Biotonnen von etwa einer Million rheinland-pfälzischer Bürgerinnen und Bürger – zu regenerativer Energie und wertvoller Komposterde aufbereitet werden.“

Im Biomasse-Kompetenzzentrum der ZAK werden die biogenen Abfälle aus Stadt und Landkreis Kaiserslautern, den Städten Worms, Neustadt an der Weinstraße, Frankenthal, Ludwigshafen und Speyer sowie dem Landkreis Bad Dürkheim und dem Rhein-Pfalz-Kreis behandelt und verwertet. Aus den rund 66.000 Tonnen Bioabfall entsteht im Abfallwirtschaftszentrum Kaiserslautern-Mehlingen Strom, Fernwärme und Qualitätskompost. Die ZAK ist zwischenzeitlich klima-positiv und speist die nicht benötigte Energie in die Strom- und Fernwärmenetze der Stadtwerke ein.

Die ZAK ist damit schon jetzt ein entscheidender Akteur für die Energiewende in der Region. Mit ihrem Abfallwirtschaftszentrum Kaiserslautern-Mehlingen und ihren 143 Mitarbeitenden leistet die ZAK darüber hinaus einen erheblichen Beitrag zur kommunalen Daseinsvorsorge. Doch der Blick ist bereits in die Zukunft gerichtet. Deubig informierte über die verschiedenen Bestrebungen der ZAK im Bereich Wasserstoff. Der ZAK-Vorstand wünsche sich in diesem Zusammenhang mehr „Pioniergeist“ bei den Entscheidern. „Unsere Pläne liegen in der Schublade, wir könnten direkt loslegen.“

Mit großen Interesse verfolgte Katrin Eder diese Ausführungen. „Ich freue mich, dass die ZAK hier schon wieder einen Schritt weiter denkt und gemeinsam mit anderen Unternehmen rund um Kaiserslautern Möglichkeiten auslotet, um den im Abfallwirtschaftszentrum produzierten erneuerbaren Strom für die Wasserstoffproduktion einzusetzen. Derart kreative Lösung sind das, was wir brauchen, um im Klimaschutz voranzukommen“, betonte Katrin Eder.

ZAK-Vorstand Jan Deubig informierte außerdem über die Deponie für mineralische Abfälle, die als „Deponie auf der Deponie“ zu einem überaus erfolgreichen PPP-Modell avancierte. Die Deponie habe für ganz Rheinland-Pfalz eine große Bedeutung, so Deubig.

Ministerin Katrin Eder besuchte zum Abschluss das neugestaltete Freilandklassenzimmer des ZAK-Umwelterlebniszentrums. Dieser außerschulische Lernort erlebt nach dem coronabedingten Re-Start einen regelrechten Ansturm. „Bis zu den Sommerferien sind wir eigentlich ausgebucht“, freut sich der ZAK-Vorstand über die große Resonanz.