ZAK und GML erhalten Innovationspreis

Interkommunale Zusammenarbeit ist „vorbildlich und nachhaltig“
Kaiserslautern, 11.11.2015

Sie gilt als größte abfallwirtschaftliche Kooperation in Rheinland-Pfalz. Jetzt wurde die interkommunale Zusammenarbeit zwischen der Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) und der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft Ludwigshafen mit dem Innovationspreis des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 11. November im Rahmen der VKU-Verbandstagung in Berlin statt, alljährlich mit rund 1.000 Gästen der zentrale Treffpunkt der deutschen Kommunalwirtschaft. Hauptredner am Mittwoch war Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Verliehen wurde der Preis in der Kategorie „Kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung VKS“. Nur einmal im Jahr werden in dieser Sparte beispielhafte und exzellente Leistungen ausgezeichnet. Die fünfköpfige Jury mit VKU-Präsident Ivo Gönner an der Spitze würdigte das Projekt wegen „seines innovativen Charakters, seiner Vorbildfunktion und seiner Nachhaltigkeit“. Seit diesem Jahr kooperieren ZAK und GML, um die Abfallmengen von rund einer Million Einwohnern zu bündeln und einer umweltgerechten und sicheren Verwertung zuzuführen. Zudem beteiligt sich die ZAK als Gesellschafterin an der GML.

Der VKU ist die Interessenvertretung von mehr als 1.430 kommunalen Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen in Deutschland und beteiligt sich aktiv in der politischen Willensbildung und der Gesetzgebung. Sitz des 1949 gegründeten Verbandes ist Berlin. Mit dem Innovationspreis wurde auch das beherzte und zukunftsweisende Engagement von ZAK-Vorstand Jan Deubig und GML-Geschäftsführer Dr. Thomas Grommes gewürdigt. Deubig äußerte sich „sehr erfreut“ über die Auszeichnung: „Natürlich sind wir auch etwas stolz, denn der Innovationspreis ist ein Beleg dafür, dass aus dem einstigen Problemschüler ZAK ein Musterschüler geworden ist.“ Den Preis nahm in Vertretung des erkrankten ZAK-Vorstandes Deubig der Leiter der Abteilung Technik, Dr. Gregor Stadtmüller, stellvertretend für die Mitarbeiter und die politischen Vertreter im Verwaltungsrat, die den Prozess begleitet und unterstützt haben, entgegen. Als „Ritterschlag für uns alle“, bezeichnet Dr. Thomas Grommes die Auszeichnung.

Seit diesem Jahr konzentrieren sich GML und ZAK jeweils auf die Führung eines Kompetenzzentrums – eins für energetische und stoffliche Bioabfallverwertung in Kaiserslautern und eins für energetische Restabfallverwertung in Ludwigshafen. Derzeit lässt die ZAK etwa die Hälfte ihrer 60.000 Tonnen Restabfälle pro Jahr im Müllheizkraftwerk der GML in Ludwigshafen energetisch verwerten. Dort entsteht aus Restabfällen durch Verbrennung ein Hochdruckdampf, der im benachbarten Fernheizkraftwerk der TWL (Technische Werke Ludwigshafen) zu Fernwärme und Strom umgewandelt wird. Der andere Teil an Restabfällen der ZAK wird bis Ende 2019 weiterhin entsprechend einer noch laufenden Zweckvereinbarung im Müllheizkraftwerk Pirmasens des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Südwestpfalz (ZAS) entsorgt.

Im Gegenzug werden rund 60.000 Tonnen Bioabfälle der übrigen GML-Gesellschafterkommunen - die Städte Kaiserslautern, Ludwigshafen, Speyer, Frankenthal, Neustadt, Worms sowie die Landkreise Kaiserslautern, Bad Dürkheim und Rhein-Pfalz-Kreis – im Abfallwirtschaftszentrum Kaiserslautern stofflich und energetisch verwertet. Die ZAK gewährleistet mit dem Biomasse-Kompetenzzentrum die Entsorgungssicherheit von über einer Million Bürgerinnen und Bürgern.

Bioabfälle sind sowohl zur Gewinnung von Biogas und holzartigem Biobrennstoff geeignet, als auch zur Herstellung von hochwertigem Dünger. Neben der Kostenminimierung, die allen Gebührenzahlern zu Gute kommt, spielt auch der Umweltschutz eine nicht unwesentliche Rolle. So können klimarelevante Gase deutlich verringert werden, zudem kann der wichtige Phosphor im Dünger erhalten werden. Das Ergebnis ist ein hochwertiger Qualitätskompost, der unter dem Markennamen „PALATIHUM - Das Qualitätsdüngemittel aus der Pfalz“ vermarktet wird. Rund 30.000 Tonnen werden jährlich angeboten.

Bild v.l.: Oberbürgermeister Ivo Gönner, Präsident des VKU, Dr. Gregor Stadtmüller, Leiter der Abteilung Technik der ZAK, Dr. Thomas Grommes, Geschäftsführer der GML, Katherina Reiche, Geschäftsführendes Präsidialmitglied und Hauptgeschäftsführerin des VKU