Höfken: So geht Klimaschutz!

Besuch der Umwelt- und Energieministerin in der ZAK
Kaiserslautern, 18.07.2016

Fast zeitgleich mit der Ankunft der rheinland-pfälzischen Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken wurde auf dem Gelände der ZAK – Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern ein Feueralarm ausgelöst. Dieser hatte freilich nichts mit dem hohen Besuch im Abfallwirtschaftszentrum zu tun und geriet schnell zur Nebensache. Mehr als drei Stunden lang informierte sich Ministerin Höfken zum Auftakt ihrer diesjährigen Sommertour über die vielfältigen Tätigkeitsfelder der ZAK. Und war am Ende ihrer Besuchstour sichtlich angetan: „Hier vor Ort können wir sehen, wie Klimaschutz geht.“

Gemeint war die CO2-Einsparung von rund 30.000 Tonnen bei der Gewinnung von Strom und Fernwärme aus Bioabfällen. Das Biomassekompetenzzentrum stand nicht umsonst im Mittelpunkt der Besichtigung, zu der mehr als 30 Gäste, darunter auch der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion SÜD Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz, angereist waren. ZAK-Vorstand Jan Deubig, Verwaltungsratsvorsitzender Landrat Paul Junker und Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt verwiesen mit Stolz auf das seit 2015 ausgebaute Biomassekompetenzzentrum, in dem aus Bioabfällen Strom, Fernwärme und Kompost entsteht.

Ministerin Ulrike Höfken lobte den Umstand, dass die Behandlung von Abfällen seit 2005 mehr und mehr in den Fokus rücke und damit auch Ressourcen geschont und erhalten würden. Sie appellierte an Kommunen und Bürger, Kreislaufwirtschaft konsequent zu denken: „Hier in Kaiserslautern kann man sich daran ein Beispiel nehmen.“

Zum Abschluss des Besuches informierte sich Ministerin Höfken über das Umwelterlebniszentrum im Freiland-Klassenzimmer. Bis zu 1.000 Kinder werden hier jährlich zu „Müllexperten“ ausgebildet und spielerisch an das Thema Abfallwirtschaft und Mülltrennung herangeführt. Innerhalb der Ressorts Umwelt und Bildung seien derzeit Bestrebungen im Gange, pädagogische Programme zu bündeln und neu zu definieren. Hiervon könnte in Zukunft auch die ZAK mit ihrem umwelt-pädagogischen Ansatz profitieren.

„Umweltpolitisch sinnvoll“

Die aktuelle EEG-Novelle hat bereits vor der Debatte in den Parlamenten für jede Menge Zündstoff gesorgt. ZAK-Vorstand Jan Deubig äußerte im Vorfeld des Besuchs der Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken, dass die Streichung der Althölzer aus der Biomasseverordnung ein großes Problem darstelle. Durch die wegfallende EEG-Förderung könnten Altholzverwertungsanlagen, wie sie auch die ZAK betreibt, unwirtschaftlich werden. Zudem fehle bei steigenden Entsorgungspreisen der Anreiz zur getrennten Sammlung, ein Entsorgungsengpass könnte entstehen. Ministerin Höfken sicherte bei ihrem Besuch bei der ZAK Deubig in diesem Punkt ausdrücklich ihre Unterstützung zu: „Die Verwertung von Altholz ist auch umweltpolitisch sinnvoll“, verwies sie auf einen zusätzlichen Aspekt in der weiteren Debatte.