40 Jahre ZAK: Von „Knaudel“ bis Hightech

Die Entwicklung der Abfallwirtschaft in den vergangenen vier Jahrzehnten lässt sich ganz deutlich auch an der Historie der ZAK – Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern ablesen.
Kaiserslautern, 07. Oktober 2016

Wurden Abfälle früher einfach deponiert, werden sie heute umweltverträglich behandelt und verwertet und dienen so zur Gewinnung von Strom, Fernwärme und Kompost. In ihrem Jubiläumslogo hat die ZAK versucht, diese rasante Entwicklung in einem Slogan zusammen zu fassen: „Mechanische, thermische, biologische und logistische Exzellenz seit 1976!“.

ZAK-Vorstand Jan Deubig ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich das Jubiläumslogo als Skizze zu entwerfen. Seit nunmehr zehn Jahren steht der 42-Jährige an der Spitze des kommunalen Unternehmens, das von Stadt und Landkreis je zur Hälfte getragen wird. Es waren zehn Jahre des Umbruchs und der Erneuerung. Die im jährlichen Wechsel als Verwaltungsratsvorsitzende fungierenden Landrat Paul Junker und Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt werden nicht müde, der ZAK im Jubiläumsjahr ihre Anerkennung auszusprechen. „Aus dem einstigen Sorgenkind ist ein Musterschüler geworden“, wurde Junker unlängst zitiert.

Vier Jahre, nachdem im Abfallbeseitigungsgesetz von 1972 unter anderem die Entsorgungspflichten neu definiert wurden, schlossen sich seinerzeit Stadt und Landkreis zum Abfallbeseitigungsverband Kaiserslautern zusammen. Zuvor waren die Gemeinden und kreisfreien Städte für die Müllabfuhr zuständig, ehe für die „staubfreie Hausmüllabfuhr“ Landkreise und kreisfreie Städte die Verantwortung übertragen bekommen haben. Kleine, oft ungeordnete Müllhalden mussten geschlossen werden. Deponien entstanden, so auch 1976 im Kapiteltal. Der Betrieb nahm Fahrt auf.

Das Wort Recycling kannte man zu dieser Zeit noch nicht. Erst nachdem 1986 das Abfallgesetz in Kraft getreten ist, sollte zukünftig der Verwertung Vorrang vor der Beseitigung eingeräumt werden. So wurden nach der Müllverbrennung Metalle zurückgewonnen und die Schlacke als Baustoff recycelt. Mehr und mehr sortierten vor allem Privathaushalte und Industrie Abfälle und ermöglichten somit die getrennte Sammlung und das Recycling von Altglas, Altpapier, Kartonagen und Bioabfall.

Die Kreislaufwirtschaftsgesetzte von 1996 und 2012 haben erst eine drei-, später die fünfstufige Abfallhierarchie festgeschrieben (Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung). 

Der Hausmüll aus der Stadt und dem Landkreis wird längst nicht mehr deponiert, sondern in Ludwigshafen und Pirmasens thermisch verwertet, Bioabfälle der gesamten Region gesondert behandelt und im Biomasse-Kompetenzzentrum in Kaiserslautern zu Strom, Fernwärme und Kompost verarbeitet. Seit 2015 werden beispielsweise über vierzig Millionen Kilowattstunden Fernwärme in das Netz der Stadtwerke Kaiserslautern (SWK) eingespeist.  Auf der Deponie, früher in der Region als „Knaudel“ bezeichnet, entstand eine „Deponie auf der Deponie“ für mineralische Abfälle.

Mit 120 Mitarbeitern zählt die ZAK, dessen Namen sich in den letzten Jahrzehnten mehrmals geändert hat, mittlerweile auch zu einem bedeutenden Arbeitgeber in der Region. Das knapp 90 Hektar große Gelände verfügt über eine eigene Infrastruktur mit Straßen, Brücken, einem eigenen Forstrevier, einer autarken Strom- und Wasserversorgung und einer internen Feuerwehr. Weithin sichtbar sind drei Windenergieanlagen der neuesten Generation, die 2014 in Betrieb genommen wurden.  

Jan Deubig kann mit stolz auf die Historie der ZAK zurückblicken. Er freut sich über das Jubiläum – und das dazugehörige Logo. Auch wenn darin nur im Ansatz die bewegte Geschichte der ZAK abgebildet werden kann.