ZAK erwirtschaftet erneut Gewinn - Gebühren bleiben weiter stabil

Die ZAK - Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern hat auch im vergangenen Jahr erfolgreich gewirtschaftet.
Kaiserslautern, 29. Juni 2018

Trotz der gebührenkalkulatorisch zu berücksichtigenden Überdeckungen der Vorjahre präsentierte Vorstand Jan Deubig bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates einen Bilanzgewinn von 2,9 Millionen Euro bei einem leicht rückläufigen Umsatz von 43,4 Millionen Euro (Bilanzsumme 82,6 Millionen Euro). Damit stieg die Eigenkapital-Quote der ZAK auf 26 Prozent (21,3 Millionen Euro).

Zum Beginn des Jahres 2017 hatte die ZAK noch einen Verlust in Höhe von 154.000 Euro geplant. Doch sowohl im Hoheitsbereich als auch im lange Jahre defizitären Betrieb gewerblich Art (BgA) Entsorgung, zu dem vor allem der Betrieb des Biomasseheizkraftwerks und der Deponie zählen, wurden die Planzahlen deutlich übertroffen und schließen mit Gewinnen ab. Erstmals weist auch der BgA Entsorgung ein positives Eigenkapital (rund 1,1 Millionen Euro) aus. Der operative Cashflow lag bei 13,7 Millionen Euro.  

Deubig begründet das positive Ergebnis im Hoheitsbereich unter anderem mit Kosteneinsparungen in verschiedensten Bereichen, insbesondere bei den Gemeinkosten. Im BgA Entsorgung führte neben dem positiven Geschäftsverlauf der Deponiesparte eine Vergleichszahlung aus einem Rechtsstreit zum positiven Gesamtergebnis. Trotzdem konnten im vergangenen Jahr insgesamt weitere 7,9 Millionen Euro in Maschinen und Anlagen investiert werden.

Die für die Jahre 2018 bis 2020 kalkulierte Gebührenstabilität erhält durch den Gewinn aus dem vergangenen Jahr zusätzlichen Rückenwind. Deubig freut sich besonders darüber, dass durch das erstmals ausgewiesene Eigenkapital im Betrieb gewerblicher Art die „Altlasten“ auch dort endgültig abgebaut werden konnten. Kontinuierliches Ziel der ZAK ist weiterhin ein Stoffstrom- und Ressourcen-Management, das Umweltschutz, Klimaschutz, Rohstoff- und Energieersparnis mit allen damit verbundenen ökonomischen Nutzen zusammenführt.

Bei der ZAK arbeiten aktuell 128 Mitarbeiter in einem tarifgebundenen, sozialversicherungspflichtigen Verhältnis. Die Menge an Hausrestabfällen betrug im vergangenen Jahr knapp 39.000 Tonnen, hinzu kamen rund 6.400 Tonnen Gewerbe- und Kommunalabfälle sowie 14.200 Tonnen Sperr- und Bauabfälle. Die Bioabfallmengen in der Stadt und im Landkreis Kaiserslautern blieben konstant auf einem Niveau von rund 14.900 Tonnen. Zusätzlich wurden im Biomassekompetenzzentrum im gleichen Zeitraum weitere rund 44.700 Tonnen aus den übrigen GML-Gesellschafterkommunen – den Städten Ludwigshafen, Speyer, Frankenthal, Neustadt und  Worms sowie der Landkreise Bad Dürkheim und Rhein-Pfalz-Kreis – stofflich und energetisch verwertet.

Abfallentsorgung weiter auch in Pirmasens

Eine bis Ende 2019 befristete Zweckvereinbarung über die Entsorgung von Abfällen im Müllheizkraftwerk Pirmasens des ZAS aus dem Jahr 2003 wurde vom Verwaltungsrat unter Vorsitz von Landrat Ralf Leßmeister um weitere vier Jahre verlängert. Ursprünglich sollten die bei der ZAK anfallenden Abfälle ab 2020 im Müllheizkraftwerk der GML in Ludwigshafen, zu deren Gesellschafter und damit Miteigentümer die ZAK gehört, energetisch verwertet werden. Die GML plant jedoch umfangreiche bauliche und technische Maßnahmen an ihrem Müllheizkraftwerk, so dass es in den kommenden Jahren zeitweise zu Kapazitätsengpässen kommen kann.

Um die Entsorgungssicherheit zu gewährleisten, hat die ZAK nun in Abstimmung mit der GML und dem ZAS entschieden, weiter in Pirmasens rund 15.000 Tonnen Restabfälle und damit ungefähr die Hälfte der heutigen Menge entsorgen zu lassen. Die Verlängerung der Zweckvereinbarung über vier Jahre sieht eine Kostensenkung von 170 Euro pro Tonne auf 119 Euro vor. „Wir wollen uns natürlich nicht schlechter stellen als mit unserer eigenen Anlage in Ludwigshafen“, sieht der ZAK-Vorstand für alle Seiten Vorteile dieser engen regionalen Zusammenarbeit. In Pirmasens könne so das Müllheizkraftwerk durch Abfälle mit niedrigem Heizwert ausgelastet werden.

Unwetter hinterlässt Spuren

Nicht nur im Stadtgebiet von Kaiserslautern hat der Starkregen am 11. Juni teils heftige Spuren hinterlassen. Auch im Kapiteltal kam es zu Überflutungen auf dem Betriebsgelände, Straßen, Wege, Kanäle und Pumpen wurden beschädigt. Auch die Deponie wurde in Mitleidenschaft gezogen. ZAK-Vorstand Jan Deubig rechnet mit einem Schaden „im hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Bereich“. Die eigene Wetterstation der ZAK hat Regenmengen von 76,4 Liter pro Quadratmeter gemessen.