Zum Doppeljubiläum: Almfeeling in der Pfalz
Rund 5.000 Besucherinnen und Besucher feierten mit uns den 10. Kapiteltaler Almabtrieb
Kaiserslautern, 25.08.2026
Die ZAK kann sich auf das Wetter verlassen. Beim 10. Kapiteltaler Almabtrieb hat sich die zuletzt eher schüchtere Sonne rechtzeitig zurückgemeldet. ZAK-Vorstand Jan Deubig sprach bei der Begrüßung von „perfektem Almwetter“. Tatsächlich pilgerten schon in den Vormittagsstunden, nachdem sich der kühle Frühnebel aufgelöst hatte, mehrere Hundert Menschen ins Eselsbachtal, ob mit Auto, per Rad oder zu Fuß.
Beim traditionellen Fassbieranstich konnte Deubig in Person von Norbert Herhammer „erstmals in der Geschichte des Almabtriebs einen Europaabgeordneten begrüßen“. Selbstverständlich waren auch Landrat Ralf Leßmeister, der aktuell den Vorsitz des Verwaltungsrates innehat, Landrat Rainer Guth und Bürgermeister Manfred Schulz zugegen, als das erste Fass mit Almabtrieb-Festbier angeschlagen wurde. Auch zahlreiche weitere Kommunalpolitiker aus den Kreistagen, dem Stadtrat und den Gemeinderäten besuchten das Familienfest, allen voran „meine beiden Bürgermeisterinnen“ (Deubig) Silke Brunck (Verbandsbürgermeisterin Enkenbach-Alsenborn) und Kristina Zick (Ortsbürgermeisterin Mehlingen).
Deubig verwies zum kleinen Jubiläum auf die bemerkenswerte Kontinuität, die das Familienfest seit einem Jahrzehnt auszeichnet. So seien fast alle Akteure und Caterer seit der ersten Stunde mit ihm Boot und inzwischen ein glänzend eingespieltes Team. Trotzdem sei die Veranstaltung „jugendlich und frisch“ wie eh und je, das „Almfeeling in der Pfalz“ sei allgegenwärtig. Stellvertretend für das engagierte Almabtrieb-Team dankte der ZAK-Chef Herbert Traint, der mit seinen XXL Steirern von Beginn an für die musikalische Unterhaltung sorgt und selbst in Corona-Zeiten per Livestream die Tradition aufrecht erhalten hat.
Verwaltungsratsvorsitzender Ralf Leßmeister nutzte die Begrüßung, um dem gesamten ZAK-Team für die Arbeit der letzten Jahre zu danken. Hier im Kapiteltal werde Abfallwirtschaft auf höchstem Niveau betrieben. Mit einem Augenzwinkern kann sich Leßmeister sogar vorstellen, dass durch das Anwachsen der Deponie der Betzenberg bald als größte Erhebung der Stadt abgelöst werde. Zukünftigen Almabtrieben und alpinen Aktivitäten steht also dauerhaft nichts mehr im Weg.
Rund 5.000 Besucher zählten die Organisatoren des Almabtriebs über den Tag verteilt. Und diese erlebten eine echte Premiere: Denn erstmals wurden keine Schafe von der 70 Meter hohen „Alm“ abgetrieben, sondern Ziegen. Diese stammen vom Sindeltaler Ziegenhof in Hochspeyer, wo aktuell 60 Tiere beherbergt werden. Die Ziegenherde wird in der Landschaftspflege eingesetzt, wo sie regionale Flächen im saisonalen Weidebetrieb bewirtschaftet. Der Hof beheimatet verschiedene Ziegenrassen, vorwiegend Bunte Deutsche Edelziegen, ergänzt um Tauernschecken und Burenziegen. Alle vereint, dass sie sehr aktiv, neugierig und kontaktfreudig seien - auch Menschen gegenüber, so Daniel Albert, der den Hof gemeinsam mit seiner Frau Anke betreibt. Der Ziegenhof ist Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.
In den Tagen und Wochen vor dem Almabtrieb wurde der Abschlussdamm extensiv beweidet. Dabei handelt es sich um eine natur- und umweltschonende Form der Grünlandnutzung. Die Ziele hierbei sind, die Biodiversität zu fördern, die Artenvielfalt zu schützen, abwechslungsreiche Landschaften zu formen und natürliche Ökosysteme ohne künstlichen Dünger zu pflegen.
Im Jahr 2015 wurde der Abschlussdamm des alten Deponieabschnitts abgedichtet und rekultiviert. In diesem Bereich des Kapiteltals, das hier in das Eselsbachtal mündet, waren von 1978 bis 1999 Siedlungsabfälle deponiert worden. Inzwischen ist dieser Bereich des Ingenieurbauwerks gesichert, abgedichtet und rekultiviert worden. Die Abdichtung und Rekultivierung besteht unter anderem aus Drainiageschichten, einer Kunststoffdichtung und einer Rekultivierungsschicht aus Erde. Diese wurde angesät und bepflanzt.
Damit ist angrenzend an das Landschaftsschutzgebiet ein idyllischer Lebensraum und eine rund 70 Meter hohe Bergwiese entstanden. Seither wird regelmäßig im Sommer eine etwa zwei Hektar große Fläche von Schafen beweidet. Damit soll vermieden werden, dass tiefer wurzelnde Pflanzen das Bauwerk beschädigen. Stilgerecht wurde die Wiese auch mit einem im Alpenraum üblichen Staketenzaun umzäumt. Mit der Tradition des Almabtriebs greift die ZAK auf den entsprechenden Brauch aus dem Alpenraum zurück. Dort wird mit dem Almabtrieb die Weidesaison abgeschlossen und mit einem Fest für eine erfolgreiche und unfallfreie Zeit gedankt.
