Rund 7,83 Millionen Kubikmeter mineralische Abfälle

Deponie

Gefühlt verändert sich die Deponie Kapiteltal in ihrem Aussehen und ihrer Mystik fast täglich. Und wenn die Sonne sich eine schöne Stelle ausgesucht hat, die sie anstrahlt und dadurch in eine unwirkliche Szenerie eintaucht, dann vergisst man für einen Augenblick, dass es sich um eine Deponie handelt. Gewiss, keine ganz gewöhnliche. Eine Deponie auf der Deponie sozusagen. Aber dazu später mehr.

Deponie Kapiteltal

Neue Wege beschritten

Denn die Geschichte der Deponie wäre nicht vollständig, würde man die Gründung 1975 und die Anfangsjahre unterschlagen. „Knaudel“ nannten die eingefleischten Lauterer früher liebevoll ihre Hausmülldeponie, gerne auch mal mit „Kipp“ abgekürzt. Bis Ende 2000 wurden dort rund sechs Millionen Kubikmeter Abfälle eingelagert, vor allem Hausmüll, Sperrmüll, Gewerbemüll und Bauschutt.

Geplant war ursprünglich der Einbau von 26,5 Millionen Kubikmeter Abfällen. Die Ablagerung der Abfälle wurde jedoch vorausschauend entsprechend der am 1. Juni 2005 in Kraft getretenen Abfallablagerungsverordnung vorzeitig eingestellt und neue Wege entsprechend dem Stand der Technik beschritten. Von 2006 bis 2019 befand sich die Deponie in der Stilllegungsphase. In dieser Zeit wurden rund 2,5 Millionen Kubikmeter mineralische Abfälle als Deponieersatzbaustoff zur Oberflächenprofilierung eingesetzt.

Deponien für mineralische Abfälle sind rar in Deutschland, der Bedarf dagegen steigt. ZAK und Partner Remex erweitern die Deponie in Richtung Nordwesten, gewinnen dadurch ein zusätzliches Ablagerungsvolumen von 865.000 Kubikmetern. Bereits 2012 hatte die ZAK in Kooperation mit der Remondis-Tochter Remex eine DK-I-Erweiterung mit einem Verfüllvolumen von rund 7,2 Millionen Kubikmetern beantragt, die Ende 2013 genehmigt wurde. Durch die nun geplante Erhöhung des Netto-Deponievolumens auf etwa 7,83 Millionen Kubikmeter wird sich die Laufzeit der gesamten Deponie um etwa vier Jahre verlängern.

Deponie Kapiteltal
Deponie Kapiteltal
Deponie Kapiteltal
Deponie Kapiteltal
Deponie Kapiteltal
Deponie Kapiteltal
Deponie Kapiteltal
Jährlich werden rund 400.000 t deponiert
Deponie Kapiteltal
Deponie Kapiteltal
Bodenaushub, Bauschutt und industrielle Abfälle

Deponie auf der Deponie

Seit 2016 wird auf dem seit 1975 betriebenen Deponiekörper eine „Deponie auf der Deponie“ in Form eines neuen, selbstständigen und dem Stand der Technik entsprechenden Deponieabschnitts betrieben. Insgesamt können dort rund 7,83 Millionen Kubikmeter mineralische, geringer belastete Abfälle abgelagert werden. Somit kann die Entsorgungssicherheit im Bereich der Abfälle der sogenannten Deponieklasse I voraussichtlich bis ins Jahr 2048 gewährleistet werden. Es handelt sich dabei um Abfälle, die einen sehr geringen organischen Anteil enthalten und bei denen eine sehr geringe Schadstofffreisetzung im Auslaugversuch stattfindet. Ein weiterer positiver Effekt: Die Altdeponie wird dabei dauerhaft gesichert, so dass auch zukünftig keine nachteiligen Umwelteinflüsse von ihr ausgehen können.

Nach Abschluss der Endprofilierung des alten Deponiekörpers werden jährlich rund 400.000 Tonnen mineralischer Abfälle im Kapiteltal deponiert. Hierzu zählen bestimmte Abfälle aus industriellen Prozessen und Kraftwerken, Straßensanierungen, Bodenaushub sowie Bauschutt aus dem Abbruch von Gebäuden. Der Einzugsbereich der ZAK hat sich dadurch weiter vergrößert.

Die ZAK baut und betreibt die neue Deponie, erwirtschaftet aber erhebliche Kostendeckungsbeiträge durch die Kooperation mit dem Vertriebspartner. Dabei handelt es sich um die REMEX Deponiegesellschaft Kapiteltal mbH , der die Remex Südwest GmbH und die Remex Mineralstoff GmbH angehören.